Schufa

Die Schufa ist eine der bekanntesten und in Teilen der Gesellschaft berüchtigtsten Institutionen des Landes. Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag, was sich hinter der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung verbirgt, welche Bedeutung sie für die Kreditwirtschaft hat, wie Sie Einträge bekommen oder wieder löschen können.

Was ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung?

Die Schufa-Holding AG ist eine private Wirtschaftsauskunftei. Als solche versorgt sie ihre Vertragspartner mit Auskünften zur Bonität potenzieller Kunden. Der Datenbestand beläuft sich auf mehr als 725 Millionen Datensätze von mehr als 65 Millionen Personen und mehr als 4,3 Millionen Unternehmen. Damit verfügt die Schufa über Daten von mehr als 75 Prozent der deutschen Bevölkerung. Anhand dieser Daten gibt sie Auskunft, über die Kreditwürdigkeit von Personen und Unternehmen. Jährlich gehen über 100 Millionen Auskunftsanträge diesbezüglich bei der Schutzgemeinschaft ein.

Ihre Ursprünge gehen auf das Jahr 1927 zurück. Damals gründeten die Brüder Kurt und Walter Meyer gemeinsam mit Robert Kauffmann in Berlin die Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung. Sie entstand zur Überprüfung der Bonität von Kunden der Berliner Städtische Elektrizitätsaktiengesellschaft (BEWAG). Die BEWAG ermöglichte ihren Kunden neben reinen Stromlieferungen den Kauf von Elektrogeräten zu Ratenzahlungen. In den Folgejahren entstanden in ganz Deutschland Schufa-Gesellschaften nach dem Vorbild der Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung. 1952 schlossen diese sich in Westdeutschland als eingetragener Verein zur Bundes-Schufa zusammen. Im Jahr 2000 entstand aus der Bundes-Schufa e. V. schließlich die heutige Form als Schufa-Holding AG.

Bedeutung für die Kreditwirtschaft

Es gilt: Wer in Deutschland einen Kredit haben, einen Handyvertrag abschließen oder Elektronik auf Raten kaufen will, kommt an der Schutzgemeinschaft nur sehr schwer vorbei. Aufgrund ihrer Marktposition hat die Schufa eine enorme Bedeutung für die Kreditwirtschaft und pflegt zudem sehr gute Beziehungen zu dieser. Sie ermöglicht es Unternehmen, die ihre Leistungen im Voraus erbringen, die Zahlungswilligkeit und die -fähigkeit ihrer Kunden einzuschätzen.

Dazu wurde ein Score-System geschaffen. Jedem gelisteten Verbraucher wird ein Score-Wert zwischen 1 und 100 beigemessen, der die Wahrscheinlichkeit angibt, ob ein Kredit bedient wird. Je geringer der Score ausfällt, desto kleiner schätzt die Schutzgemeinschaft die Wahrscheinlichkeit ein, dass das Darlehen bedient wird.

Schufa-Einträge bekommen und löschen

Einen Schufa-Eintrag zu bekommen, ist nichts Ungewöhnliches. Bereits die Eröffnung eines Kontos führt zu einem Schufa-Eintrag. Danach werden alle finanziellen Transaktionen in Form von Dispokrediten, Kreditkarten, Handys mit Vertrag, Finanzierungen usw. vermerkt. Eine Auswirkung auf die Kreditwürdigkeit hat dies aber nicht. Lediglich negative Vermerke wirken sich auf den Score aus.

Wenn beispielsweise die Rechnung für einen Handy-Vertrag nicht mehr gezahlt wird oder eine Kreditrate ausbleibt, kommt es zu Negativeintragungen. Die Kreditwürdigkeit des Verbrauchers sinkt. Neue Darlehen können, wenn überhaupt, nur zu schlechteren Konditionen genommen werden.

Allerdings können Schufa-Einträge auch wieder gelöscht werden. Wenn eine bestimmte Forderung abgezahlt worden ist, wird der dazugehörige Eintrag in der Regel innerhalb von 3 Jahren gelöscht. Es gibt aber auch Ausnahmen: Bei nicht titulierten Forderungen bis zu einer Summe von 2.000 Euro erfolgt die Löschung innerhalb von 6 Wochen nach Abzahlung. Die Einträge von Minderjährigen werden sogar direkt nach dem Begleichen einer Forderung gelöscht.